Verkauf des ehemaligen Dorint-Hotels Bitburg an Interspa scheitert
Der beabsichtigte Erwerb des einstigen Dorint-Hotels am Stausee Bitburg durch die Interspa-Gruppe hat nicht stattgefunden, sodass die ambitionierten Vorhaben für ein Familien‑ und Wellness‑Resort mit 400 Betten, einem Spaßbad und einem breit gefächerten Freizeitangebot in der Eifel vorerst verworfen sind.
Laut einem Bericht des Trierischen Volksfreund (Abo) wurde das seit Ende 2022 geschlossene Vier‑Sterne‑Hotel am Stausee Bitburg nicht an die Stuttgarter Interspa-Gruppe veräußert. Der Eigentümer Dirk Iserlohe (Honestis AG) wird vom Volksfreund mit den Worten zitiert: "Interspa hat sich leider nicht an ihre Verpflichtungen gehalten und die Kaufoption verfallen lassen." Die Kommunikation des Unternehmens sei "weniger als nichts" gewesen.
Im April 2025 hatte die Interspa-Gruppe den Kauf der Liegenschaft angekündigt und umfassende Umbaupläne präsentiert. Auf dem etwa 80.000 Quadratmeter großen Gelände sollten 160 neu gestaltete Zimmer mit über 400 Betten, ein umfangreicher Wellness‑ und Saunabereich, ein Kinderspaßbad, ein Indoor‑Spielplatz sowie Angebote für Tennis, Bowling und Minigolf entstehen. Der Volksfreund berichtete, dass es in der Region bereits seit mehreren Monaten Gerüchte über Schwierigkeiten beim Kauf gab. Hotel vor9 hat bis zum Redaktionsschluss weder von Dirk Iserlohe noch von der Interspa-Gruppe eine Stellungnahme erhalten.
Nicht alle Interspa‑Projekte verliefen zuletzt problemlos
Das Scheitern am Stausee Bitburg reiht sich in eine Reihe von Konflikten bei anderen Projekten der stark expandierenden Unternehmensgruppe ein. Für Aufsehen sorgte zuletzt der Streit mit dem Eigentümer der Michel Hotels, Ido Michel: Wie Hotel vor9 im März 2026 berichtete, kündigte Interspa die Zusammenarbeit mit der Michel‑Gruppe rund um das Hotel Sonnenhof in Grafenau nur wenige Monate nach Beginn wieder. Der Fall beschäftigt nach wie vor die beteiligten Anwälte.
Auch beim Verkauf des Panorama‑Hotels in Oberwiesenthal kam es laut der Freien Presse zu einem Konflikt: Der Verkäufer zog sich aus dem Kaufvertrag zurück und beschuldigte Interspa, vertragliche Pflichten verletzt zu haben. Interspa erkannte den Rücktritt nicht an. Nach Angaben von Hotel vor9 bleibt die Interspa‑Gruppe weiterhin Betreiber des Hotels in Oberwiesenthal.
Pascal Brückmann